|
|
||
|
Forum21 politische Vereinigung in Stormarn e. V. |
|
Wählergruppe für Reinbek und Stormarn |
|
Vorsitzender:
Heinrich Dierking, |
|
Tel. 040-7201056 d 040-7105138 p Fax 040-7203480 eMail waehlergruppe@forum21-reinbek.de |
| Reinbek, den 26. 05.2011 |
| "Bürgerwerkstatt 25.05.2011" - Anmerkungen zu einer eigentlich anders vorgesehenen Bürgerinformation über die Rahmenplanung Schönningstedt |
|
An
der Veranstaltung im Forum des Schulzentrums durfte ich als Stadtverordneter
und Mitglied im Bau- und Planungsausschuss lediglich zuschauen und zuhören
(immerhin!), eine angemessene Teilnahme an der Information und Diskussion
ist den anwesenden Kommunalpolitikern verwehrt worden. Zur
Vorbereitung (an der unsere Fraktion nicht beteiligt gewesen ist) und Durchführung
der Veranstaltung am 25.05.2011 hier mehrere fragende Anmerkungen: Warum
wurde die Veranstaltungsform „Workshop“ gewählt? Der
Bau- und Planungs-Ausschuss hatte bereits 2010 festgelegt, dass die von den
Fraktionen in der November-Sitzung 2010 vorgelegten „Ziele und Grundsätze
zum Grobkonzept einer städtebaulichen Rahmenplanung für die Bereiche
westlich und südlich der Ortslage Schönningstedt“ nach einem Gespräch
mit den betroffenen Grundeigentümern zeitnah der Öffentlichkeit
vorgestellt und zur Diskussion gestellt werden sollten. Dieser
Termin sollte nun endlich am 25.05.2011 stattfinden. Die
erste öffentliche Einladung der Stadtverwaltung spricht von einer „öffentlichen
Informationsveranstaltung zur Rahmenplanung rund um Schönningstedt“. Die
2. öffentliche Einladung vom 19.05.2011 lädt dagegen zu einem „Bürgerworkshop
zur Rahmenplanung Schönningstedt“ ein. Verständlich,
dass dieses Konzept sich nicht durchsetzen ließ: Seit
Monaten bereits beschäftigt das Thema einer Rahmenplanung die Öffentlichkeit,
die durch „inoffizielle“ umfassende oder tendenziös-verzerrende oder
irreführende oder gar böswillige Informationen und
Behauptungen sowie eine Grünen-Veranstaltung mehr schlecht als recht
informiert ist. Viele
Bürger sind geneigt, der (Grünen-) Behauptung von „Geheimen Planungen“
Glauben zu schenken; viele Bürger sind schlichtweg auch nur interessiert,
über die Inhalte der Rahmenplanung, über das Verfahren, über Zeitabläufe
und eigene Mitwirkungsmöglichkeiten Informationen zu erhalten. Zusätzlich
ist die „Öffentlichkeit“ durch das am 19./20.05.2011 veröffentlichte
Ansinnen zu einem Bürgerbegehren auf das Thema einer Erweiterung des
Gewerbegebietes Haidland „eingestimmt“ worden. Offenkundig
ist diese nach Informierung, Information und Nachfrage zu Hintergründen
orientierte derzeitige Stimmungslage im Rathaus überhaupt nicht bekannt
geworden! Verständlich,
dass die Anwesenden im Forum des Schulzentrums Mühlenredder am 25.05.2011
das „Angebot“ eines „Workshops“, einer „Bürgerwerkstatt“ als
nicht angemessen, unzumutbar, nicht ihrem Interesse entsprechend
mehrheitlich ablehnten. Warum
werden die Vorstellungen der Fraktionen und der Verwaltung zum Grobkonzept
nicht vorgestellt und erörtert? Die
Moderation erwähnte die unterschiedlichen Skizzen der Fraktionen kurz. Die
Skizzen wurden dann per Beamer kurz und fast huschig auf die Leinwand
projiziert. Nähere Erläuterungen der Skizzen, gar die textlich ja
vorliegenden Erläuterungen der Fraktionen, wurden nicht gegeben. Mit
der ggf. flapsig gemeinten Bemerkung „Ich stelle dies Skizzen mal vor, hab
allerdings nicht die Fraktionen um Zustimmung gefragt“ werden die Skizzen
der Fraktionen der Spekulation über „geheime Planungen“ überantwortet. Eine
unfassbare Naivität in anbetracht der derzeitigen Stimmungslage und
Erwartungshaltung in Teilen der Reinbeker Öffentlichkeit! Warum
wurden wesentliche Beschlüsse und Beweggründe für die Aufstellung einer
städtebaulichen Rahmenplanung nicht erwähnt und dargestellt? Als
„Anlaß“ für die städtebauliche Planung wurde ausschließlich ein
Mangel an Reserveflächen für Gewerbebetriebe, auf Nachfragen dann eine
Anfrage eines Reinbeker Unternehmens nach einer größeren zusammenhängenden
Gewerbefläche, die in dieser Lage und Größe weder im Gewerbegebiet
Steinerei noch in Gewerbegebiet Haidland verfügbar ist, angeführt. Diese
Verengung auf einen Beweggrund führte verständlicherweise zu
Statements Anwesender, die „Politik“ verstehe sich wohl als Handlanger
der „Industriebetriebe“ und würde Bürgerinteressen
nicht berücksichtigen. Die
folgenden Informationen sind zum Verständnis zwar unverzichtbar und klären
auch über die bisherigen, in öffentlichen Beratungen getroffenen
Entscheidungen sachdienlich auf, wurden den Anwesenden aber vorenthalten (Reihenfolge
ohne Wertung): o
Antrag Forum21 „Städtebauliches
Entwicklungskonzept für das Gebiet Kamps-redder – Steinerei“ vom
20.01.2010
(BPA 06.07.2010 öffentliche Sitzung) o
Vortrag der
Wirtschafts-Aufbaugesellschaft Stormarn (WAS) im BPA 27.04.2010 (nicht-öffentlich)
mit Vorstellung der WAS-Skizze "Erweiterung der Gewerbegebiete Haidland
und Steinerei o
Einstimmiger Beschluss
des Hauptausschusses vom 25.05.2010 – öffentliche Sitzung – „Die
Vorarbeit für die Gewerbeflächenentwicklung in Reinbek soll durch den Bau-
und Planungs-Ausschuss durchgeführt werden, danach soll die Beratung im
Hauptausschuss in öffentlicher Sitzung erfolgen“. (8 JA, 1 Enth.) o
Antrag CDU
„Erweiterung von Gewerbeflächen“ vom 09.06.2010 (BPA 06.07.2010 öffentliche
Sitzung) o
Beschluss des Bau- und
Planungs-Ausschusses vom 06.07.2010 – öffentliche Sitzung – „Der
Bau- und Planungs-Ausschuss unterstützt ortsansässige Gewerbetriebe bei
der Erweiterung der Gewerbeflächen und wird in naher Zukunft ein Konzept
erarbeiten, welches zu einem Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan
führen soll.“
(7 Ja, 4 Nein) o
Schreiben der Fa.
Michaelis, Senefelder
Ring 14, vom 13.12.2010, bezüglich einer Erweiterung der Betriebsfläche um
30.000 qm und dem beabsichtigten Baubeginn Anfang 2013 – dieses Schreiben
ist den Fraktionen und den BPA-Mitgliedern bekannt gegeben worden mit
Schreiben der Stadt Reinbek vom 17.12.2010. o
Konzept der
Grundeigentümer vom 14.12.2010 zur städtebaulichen Gestaltung des Landschaftsraumes
westlich Königstraße – liegt den Fraktionen vor! o
Antrag des Investors
auf Erweiterung des Nahversorgungszentrums Schönningstedt
(Kratzmann/Aldi/Budni) südlich der Sachsenwaldstraße o
Beschluss des Bau- und
Planungs-Ausschusses vom 01.06.2010 – öffentliche Sitzung –
„Aufstellungsbeschluss einer 1. Änderung des Bebauungsplanes Nr. 47 „Nahversorgungszentrum
Schönningstedt“ (10 Ja, 1 Nein) o
Beschluss des Bau- und
Planungs-Ausschusses vom 05.10.2010 – öffentliche Sitzung –
(10 JA, 1 Nein) „Städtebauliche Rahmenplanung für die Bereiche
westlich und südlich der Ortslage Schönningstedt“ 1.
„Für eine
strukturierte und nachhaltige Entwicklung der vorhandenen Entwicklungsflächen
nördlich und südlich der Sachsenwaldstraße wird für den in Anlage 1
dargestellten Bereich ein städtebaulicher Rahmenplan aufgestellt. Für die
Rahmenplanung sind vor allem die Aspekte o
Gewerbegebietserweiterungsflächen o
Abgrenzung Gewerbe zum Wohnen o
Wohnbauflächenarrondierungen
des westlichen Ortsrandes Schönningstedt o
Freiflächenentwicklung / Grünzäsur
/ Naherholung o
Einbeziehung der überörtlichen
Verkehrsströme und des inneren Erschließungsverkehrs zu berücksichtigen. 2.
Der städtebauliche
Rahmenplan ist so zu erarbeiten, dass er die Entwicklung des in Anlage 1
gekennzeichneten Bereichs 1.
in seiner Gesamtheit
darstellt und 2.
im Ergebnis des
Gesamtkonzeptes einzelne Teilbereiche in unterschiedlichem
Detaillierungsgrad für unterschiedliche Zeiträume darstellt. Hierbei ist ein Schwerpunkt auf die
Gewerbeflächenentwicklung zu legen.“ o
Ergebnisse der Wohnungsmarktuntersuchung
der Investitionsbank S-H für Reinbek: 2008 und 2009 ca. 300
„wohnungssuchende Haushalte“; 2000 bis 2009 jährlich mit landesweit
relativ hoher Quote von 10-12% „wohnungssuchende Haushalte/1.000
Einwohner“; von 2000 bis 2009 Anstieg der „Wohnungsfläche je
Einwohner“ von 42,03 qm auf 44,38 qm (plus 5,6%, heißt: bei gleicher
Einwohnerzahl wächst in 10 Jahren die nachgefragte Wohnfläche um 5,6%) o
Beschluss des Schul-
und Sozial-Ausschusses aus 2009, eine Reinbek eine 7-Gruppen-Kindertagesbetreuungsstätte
zu errichten. Die Festlegung des Standortes soll noch durch den Bau- und
Planungs-Ausschuss erfolgen, eine entsprechend dimensionierte und verkehrsgünstig
gelegene Fläche ist bislang innerhalb der Stadtteile nicht verfügbar. o
Suche nach einem neuen
Standort für ein Feuerwehrgerätehaus / Ersatz für den Standort
Klosterbergen o
Mittelfristiger Bedarf
an zusätzlichen Flächen für Sonderbau-/Gemeinbedarfs-Nutzungen –
z.B. Sport, Sport-/Veranstaltungshalle Warum
wurde die Nicht-Verfügbarkeit von derzeitig ungenutzten Liegenschaften/Gebäuden
im Gewerbegebiet nicht offensiv dargelegt? In
der Öffentlichkeit wird derzeit die von den Grünen aufgestellte, bislang
jedoch nicht belegte Behauptung diskutiert, im Gewerbegebiet stünden
„leerstehende“ Immobilien zur Verfügung, eine Erweiterung von
Gewerbegebieten sei nicht erforderlich. Exemplarisch
wurden am 25.05.2011 die Flächen „ehem. Toom-Markt“ und „ehem. Famila“
erwähnt. Unerwähnt
blieb, dass beide Flächen als „Einzelhandelsflächen“ planungsrechtlich
gesichert sind und beide Eigentümer/Vermieter es ablehnen, diese
hochwertigen EH-Standorte zu (monetär geringer wertigen) Gewerbeflächen
umzuwandeln. Mein
Fazit: Die
Chance der Veranstaltung vom 25.05.2011, die Öffentlichkeit umfassend über
Beweggründe und Ziele der Rahmenplanung zu informieren, ist leider nicht
genutzt worden. Auch
wurde leider versäumt darzulegen, dass eine Rahmenplanung mit den daraus
abgeleiteten Bauleitplanung die einzige Chance ist, „Freiflächen“ als
echte „Grünzonen“ verbindlich zu sichern und die auf
landwirtschaftlichen Flächen baurechtlich privilegierten , von der Stadt
Reinbek nicht zu verhindernden Bau-Vorhaben zu verhindern.
Der
Spekulation und dem Unterstellen von möglichen Motiven (z.B. „17 Meter
hohe Hochregallager direkt am Kornblumenring“) bleiben noch ausreichend
Nahrung. Leider. Die
Frage, wem nutzt dieses Vorgehen, muss sich jeder/jede selbst beantworten... Die Vorstellungen der Forum21-Fraktion zur "Rahmenplanung Schönningstedt" siehe hier: Leitziele und Leitlinien für die zukünftige räumliche Entwicklung und für den erforderlichen Planungs- und Beteiligungsprozess . |
| Heinrich Dierking |
|
|