Forum21

kommunalpolitische Initiative für Reinbek

Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung Reinbek

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Reinbek, 19.12.2001

Sparkasse Stormarn: auch die Filiale Reinbek-Neuschönningstedt  soll „Automaten-Station“ werden

Sparkasse Stormarn setzt auf „Multikanalangebot“ statt auf Vor-Ort-Betreuung!

Die Sparkasse Stormarn überrascht zur Zeit viele Neuschönningstedter Kunden mit Briefen und der Ankündigung, die Filiale an der Möllner Landstraße „mit der benachbarten Filiale Glinde, Markt 6, zusammenzulegen“. Am Standort Neuschönningstedt verbleibt dann lediglich eine „SB-Einrichtung“, ähnlich am Täby-Platz.

Damit deutet sich ein enormer Verlust an: Für die Bürger in Alt-Reinbek  einschließlich des Reinbeker Westens wird die Filiale in der Bahnhofstraße verbleiben, für die Kunden der Filiale Neuschönningstedt wird in Zukunft Glinde zuständig sein.

Forum21 sieht hierin eine deutliche Neuorientierung in der Geschäftspolitik der kommunalen Bank Stormarns, die eine öffentliche Diskussion erfordert, da sie auch erhebliche strukturpolitische Bedeutung hat (dagegen nimmt sich die Wirkung des Kreisentwicklungsplanes geradezu bescheiden aus!).

Der Kreis Stormarn ist Gewährsträger der Sparkasse Stormarn, die eine „mündelsichere, dem gemeinen Nutzen dienende rechtsfähige Anstalt des öffentliches Rechts“ ist. Die Satzung der Sparkasse formuliert als Aufgabe unzweideutig: „Die Kreditversorgung dient vornehmlich der Kreditausstattung des Mittelstandes sowie der wirtschaftlich schwächeren Bevölkerungskreise“ (§ 2 Abs. 1 der Satzung vom 18.12.1998, beschlossen vom Kreistag Stormarn!).

Selbstverständlich ist die Sparkasse Stormarn keine soziale Einrichtung, selbstverständlich hat sie „ihre Geschäfte nach wirtschaftlichen Grundsätzen“ zu betreiben.

Wenn aber die geplante Filialzusammenlegung zu offenkundigen Verschlechterungen für ganze Stadtteile führt und das Angebot sich vorrangig auf mobile, jüngere oder technik-erfahrene Bürger ausrichtet, dann werden die Bedürfnisse vieler angestammter Kunden, die mit ihren Geschäften, Giro-, Spar- und Renten-Konten und Vermögen den Aufschwung der Sparkasse Stormarn erst ermöglichten, in den Hintergrund gedrängt. Berief sich die Sparkasse nicht gern auf ihren „Kleine-Leute-Status“?

Mit der Schließung von Filialen dürfte auch die wirtschaftliche Bedeutung örtlicher Marktplätze schwinden. Für Reinbek dürfte dies bedeuten, dass in Zukunft noch mehr Kaufkraft nach Glinde abfließen wird.

Nach § 32 der Satzung „bestimmt der Verwaltungsrat die Richtlinien der Geschäftspolitik und überwacht die Geschäftsführung“. Der Verwaltungsrat ist mehrheitlich mit Kreistagsabgeordneten besetzt, die viele Tausend Deutsche Mark als Aufwandsentschädigung erhalten. Vorsitzender des Verwaltungsrates ist der Landrat (politisches Wahlamt: Klaus Plöger).

Landrat und Kreispolitiker stehen in der Pflicht, ihre der Sparkasse Stormarn vorgegebene „Richtlinien der Geschäftspolitik“ zu erläutern und ihre strukturpolitischen Veränderungen zu rechtfertigen.

Erinnert sei auch an den Slogan „Der Kunde steht im Mittelpunkt unseres Denkens und Handelns“, mit dem die Sparkasse  „ganz in Ihrer Nähe“ bisher 20 Filialen in Stormarn unterhält. Ob die Mehrzahl der Kunden über „Multikanalangebote“ verfügt, darf bezweifelt werden.

Heinrich Dierking