Forum21

kommunalpolitische Initiative für Reinbek

Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung Reinbek

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Reinbek, 08.01.2002

Skandalöser Sandabbau in der sog. Grube Braas in Reinbek

Der Kreis Stormarn hat den Sandabbau und –abtransport in der ehemaligen Grube Braas durch Subunternehmer genehmigt, nachdem der Bodenschatz nun nicht mehr für das –nicht mehr produzierende- Dachsteinwerk Stemwarde/Neuschönningstedt der Fa. Braas benötigt und verwendet wird. Diese Genehmigung lehnen wir zusammen mit zahlreichen Bürgern und Anliegern ab, da der Bodenschatz ausschließlich für die Dachsteinproduktion verwendet, jedoch nicht abtransportiert werden sollte.

Anfang Dezember 2001 wurde offensichtlich, dass der Subunternehmer, eine renommierte und als „vorbildlicher Betrieb“ ausgezeichnete Firma, den Abbau ganz offenkundig deutlich abweichend von der Genehmigung ausführt.

Forum21 hatte daher am 11.12.2001 in einer Anfrage an Bürgermeister Palm Aufklärung insbesondere vor dem Hintergrund verlangt, dass die Grube im Wasserschutzgebiet des Wasserwerkes Glinde liegt.

Unsere Mutmaßung, dass der Abbau mehrere Meter zu tief erfolgt, wurde zuerst wie üblich in Bausch und Bogen bestritten.

Bezugnehmend auf eine aktuelle  Vermessung des derzeitigen Abbaus bestätigte Palm in seiner Antwort vom 28.12.2001 dann jedoch erhebliche Abweichungen von der Genehmigung: stellenweise 3 bis 3,50 m zu tief, viel zu steile Böschungen, Fremdeinlagerungen!

Nach erneuter Inaugenscheinnahme der Grube Braas sind wir entsetzt über das tatsächliche Ausmaß der Abweichungen, die zu möglichen Sicherheitsgefährdungen für Spaziergänger, spielende Kinder und Anlieger führen können.

Die möglichen Gefahren für das Grundwasser durch die erfolgte Verringerung der grundwasserüberdeckenden Schicht sind bislang noch nicht untersucht worden.

Der derzeitige Abbau sieht wenig planmäßig aus und erweckt den Anschein, als ob nach bestimmten Sand- und Kies-Qualitäten geschürft werden würde, diese jedoch kaum anzutreffen sind. Methode: Hier ein Haufen Sand, dort ein Haufen Kies, daneben ein Haufen Fremdmaterial -Dachsteinreste!

Sowohl dieser Abbau wie auch die Überwachung durch die zuständigen Stellen ist skandalös. Während Bauaufsichtsbehörden Hausbesitzer wegen Überdachungen von Terrassen behelligen, greift ein renommiertes Unternehmen völlig unbehelligt im Wasserschutzgebiet die grundwasserschützende Schicht an und stellt steilste sicherheitsgefährdende Böschungen (Neigung 1:0,4!) her. Diese lasche Genehmigungs- und Überwachungspraxis sollte langsam ein Ende finden.

Wir fordern daher: strikte Einhaltung der Genehmigung, Wiederverfüllung zu tief abgegrabener Bereiche mit grubeneigenen Sand und Kies, Entfernung der Fremdmaterialien, verschärfte Auflagen zum Schutz des Grundwassers, sofortige Sicherung der steilen Böschungen mit Absperrgittern!

 

Heinrich Dierking Günter Fleckenstein