Forum21

kommunalpolitische Initiative für Reinbek

Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung Reinbek

Vorsitzender: Heinrich Dierking, Stadtverordneter,

Op den Stüben 42, 21465 Reinbek Tel. 040-7201056 d  040-7105138 p  Fax 040-7203480 

E-Mail fraktion@forum21-reinbek.de

Reinbek 21.10.2004 / 02.11.2004
Forum21 / kommunalpolitisches Dossier zur geplanten und vorgesehenen Entwicklung von Einzelhandelsflächen in Reinbek

Ganz viele neue Einkaufszentren:

Reinbeker Wahnwitz,

Gefälligkeiten für Einige oder

pures Streben zum Mittelzentrum ?

 

 

Kommunalpolitisches

Dossier

zur geplanten und vorgesehenen

Entwicklung von Einzelhandelsflächen

in Reinbek

  (Fassung 1.03    02.11.2004)

 

Wenn es nach dem Willen von Rathausspitze und der politischen Mehrheit geht, dann wird in den nächsten Jahren die Reinbeker Einzelhandelsfläche um ein Vielfaches gesteigert werden! Aber:  Ist das sinnvoll? Trägt das zur Stärkung des Reinbeker Einzelhandels bei oder zerstört das die vorhandenen Betriebe?  Oder erhöht das nur die Verkaufserlöse von einigen wenigen Grundeigentümern?

Wir wollen über die beschlossene „Einzelhandels-Konzeption“, über die vorhandenen und vorgesehenen Standorte und ihre Ausprägung informieren und stellen die Grundzüge der Bauleitpläne vor.

Das Dossier wird entsprechend den aktuellen Beschlusslagen fortgeschrieben. 

 

1.  Einzelhandelsituation in Reinbek

 

2.  Einzelhandels-Standortkonzeption 2003

 

3.      Eine Reinbeker Gemengelage – politische  

      Entscheidungsfindung & ein Gutachten mit geringer Halbwertzeit!

 

4.  Standorte mit großflächigem Einzelhandel

 

5.  Stellungnahme von Forum21 zum beantragten

     Nahversorgungszentrum südlich Schönningstedt (ALDI)

 

6.  Ausblick

 

 

Entwurf: 01.09.2004 / Überarbeitung 21.10.2004; 02.11.2004

Die Angabe von Daten, Zahlen und Werten erfolgt gewissenhaft und nach sorgfältiger  Recherche und Auswertung vorhandener Dokumente. Abweichungen, Fehler und Missverständnisse sind unbeabsichtigt. Unsere Angaben erfolgen jedoch ohne Gewähr.

 

1.   Einzelhandelssituation in Reinbek

 

Die Situation des Einzelhandels wird bereits seit Jahren von zahlreichen Einzelhändlern und vom Reinbeker Gewerbebund beklagt.

 

Allgemein geht die Klage, dass die „Reinbeker“ lieber in die Nachbargemeinden fahren und dort ihre Einkäufe erledigen, statt z.B. das hochwertige Angebot in Reinbeks Stadtmitte zu nutzen. Als Gründe für das Ausbleiben der Reinbeker Kunden in den Reinbeker Geschäften wurden und werden u.a. an erster Stelle genannt: das schlechte und ungenügende Parkplatzangebot in Reinbek. Weiterhin wird deutlich, dass die Häufung von Bank- und Sparkassen-Filialen am Landhausplatz, in der Bahnhofstraße und in Völkerspark zwar viele Bankkunden in die Stadtmitte lockt, diese aber nicht zum Einkaufen dort verweilen, weil die Angebotsstruktur zu „wenig vielfältig“ sei und das Angebot sich eher an Senioren als an Jugendlichen und jungen Familien ausrichten würde.

Zahlreiche Bürger / Kunden bemängeln auch die wenig ansprechende räumliche Situation z.B. im „Einkaufscenter Klostermarkt“ und die manchmal lange dauernden Leerstände von Geschäftsräumen.

 

Darüber hinaus wird an dem „Sachsenwald-Einkaufszentrum Täby-Platz“ moniert, dass hier seit Jahrzehnten keine Erneuerungsinvestitionen getätigt würden und der „Charme der 70er Jahre“ einfach nicht mehr zeitgemäß sei und wenig anziehend wirke.

 

Andere wiederum beklagen die Zersplitterung der unterschiedlichen Einzelhandels-Standorte in Reinbek, die ursächlich auf die „zerrissene“ Siedlungsstruktur zurückzuführen sei.

 

Es sei mal dahin gestellt, ob diese und andere Meinungen triftig sind oder ob diese Meinungen nicht auch auf geschmäcklerischen Urteilen beruhen, die sich einer rationalen Erwägung entziehen.

 

Festzustellen bleibt jedoch eine deutliche Unzufriedenheit mit der heutigen Einzelhandelssituation, sowohl auf der Einzelhändler-Seite wie auch auf der Kunden-Seite.

 

Die häufig vernehmbare Äußerung, „eigentlich müsste Reinbek mehr hermachen“ ist zwar nicht von der Hand zu weisen – schließlich will Reinbek ja „Mittelzentrum“ sein und werden -. Es erscheint uns aber nicht fair, wenn als Beleg für optimale Einkaufssituationen das Wandsbeker „Quarree“, die Bergedorfer City oder Geesthacht und Ahrensburg aufgeführt werden.

Reinbeks Bürger können eben in wenigen PKW- oder BUS-Minuten attraktive Einkaufsmöglichkeiten in Bergedorf, Lohbrügge oder Hamburg erreichen. Sie sind nicht allein auf Reinbeker Einkaufsmöglichkeiten angewiesen!

 

Eine wichtige Quelle der weit verbreiteten Unzufriedenheit scheint in dem Bild des „reichen Reinbeker“ Kunden zu liegen.

 

Die Stadt Reinbek hat in 2002 durch die Fa. Gesellschaft für Handels-, Standort- und Immobilienberatung mbH (gesa), Hamburg, „Einzelhandelsuntersuchung und konzeptionelle Entwicklung für die Stadt Reinbek“ (Januar 2003; im folgenden kurz: gesa-Gutachten 2003), den Einzelhandel untersuchen lassen.

 

Seit mehreren Jahren bereits rangiert Reinbek im regionalen und überregionalen Vergleich der Marktforscher hinsichtlich des „Kaufkraftniveaus“ auf vorderen Rängen. Die Gesellschaft für Konsumforschung GFK, Nürnberg, hat für (den Postleitzahlbereich 21465) Reinbek/Wentorf ein Kaufkraftniveau im Vergleich zum Bundesdurchschnitt (entsprechend 100%) in Höhe von 135,3 Punkten (also 135,3 %) ermittelt. (gesa-Gutachten 2003, S. 8f)

Die Gutachter gesa haben diese Kennziffern auf das durchschnittliche Niveau der westlichen Bundesländer („Alte“ Bundesländer) umgerechnet und folgende Werte des „Pro-Kopf-Kaufkraftindices in der Stadt Reinbek und Umgebung (auf Basis der PLZ-Bereiche)“ ermittelt:

 

Postleitzahl-Bereich

Pro-Kopf-Kaufkraftindices

Durchschnittl. jährlicher Ausgabensatz je Einwohner

Alte Bundesländer

100,0

5.680 Euro

Reinbek / Wentorf

129,5

 

Aumühle / Wohltorf

148,8

 

Glinde

109,7

 

Oststeinbek

127,1

 

Kreis Stormarn

116,8

 

Kreis Hztm. Lauenburg

102,4

 

 

Demgegenüber steht die tatsächliche Kaufkraftbindung in Reinbek: Die Gesellschaft für Konsumforschung GFK, Nürnberg, hat für Reinbek als  Einzelhandelzentralitätskennziffer„ 52 Punkte ermittelt. Denn einem Einzelhandelsumsatz in Reinbek in 2001 von 84,9 Mill. Euro (= 52%) stand eine örtliche Kaufkraft von 163,4 Mill. Euro (= 100%) gegenüber. Ein Verhältnis, aus dem ein merklicher Kaufkraftabfluss in die Nachbargemeinden abgeleitet wird: „Das Zentralitätsmaß setzt den am Ort getätigten Einzelhandelsumsatz in Relation zu der im Gemeindegebiet ansässigen Kaufkraft. Ein Wert unter 100 signalisiert, dass der Ort Versorgungsfunktionen nicht im ausreichenden Maße erfüllt; Mittelzentren haben im Regelfall einen Wert über 100.“

Die Gutachter gesa haben auf der Grundlage eigener Erhebungen und Einschätzungen für die Stadt Reinbek ein Umsatzvolumen von 81,6 Mill. Euro, eine einzelhandelsrelevante Nachfrage von 142,9 Mill. Euro und somit eine Einzelhandelszentralitätskennziffer von 57 ermittelt. (gesa-Gutachten 2003, S. 7/8)

 

Die Gutachter gesa unterstellen in ihrer Einzelhandelsuntersuchung für die Stadt Reinbek ein „einzelhandelsbezogenes Kerneinzugsgebiet“ mit insgesamt 33.523 Einwohnern (Stadt Reinbek, Gemeinden Aumühle und Wohltorf sowie angrenzende Bereiche von Glinde und Wentorf) sowie als ergänzendes Einzugsgebiet Flächen der Stadt Glinde mit ca. 9.800 Einwohnern.

Das gesamte Einzugsgebiet unterteilen die Gutachter gesa in „fünf Marktzonen mit jeweils homogenen Rahmenbedingungen und Kaufkrafterfassungen. Damit wird speziell der nachlassenden Ausstrahlung in den weiter entfernt liegenden Gebieten sowie dem größer werden Wettbewerbseinfluss benachbarter Zentren Rechnung getragen“ (S. 9):

 

Marktzone

Gebiet

Einwohner

Einzelhandels- relevantes Ausgabevolumen in Euro (Quelle: S. 12)

1

„Nahbereich“

Alt-Reinbek , Ihnenpark, Schönningstedt

16.248

99.432.000

2

„Mittelbereich“

Neuschönningstedt, Ohe, Büchsenschinken, Krabbenkamp, Sachsenwaldau

8.602

49.465.000

3

„weiterer Mittelbereich“

Aumühle, Wohltorf,

nördlicher Teil von Wentorf

7.336

43.215.000

4

„Randbereich“

Glinde Wiesenfeld-Ost

1.337

7.199.000

5

Glinde-Mitte/Ost

9.803

52.779.000

1 - 4

Kerneinzugsgebiet

33.523

193.311.000

1 - 5

Einzugsgebiet Reinbek

43.326

246.090.000

 

 

Aus dem Ergebnisbericht, Übersicht 5, entnehmen wir die folgenden Angaben zum Bestand des Einzelhandels in Reinbek, Glinde und Aumühle/Wohltorf/Wentorf-Nord:

 

 

Standortlage

Betriebe / Anzahl

Verkaufs-fläche in qm

Umsatz

in Euro

(Umsatzpotenzial)

Einzelhandelsrelevantes Ausgabevolumen in Euro (Quelle: S. 12)

Stadtzentrum Reinbek

49

5.180

26.110.000

 

Täbyplatz

15

1.405

9.560.000

 

Mühlenredder

9

530

2.720.000

 

Kampstraße

3

540

4.660.000

 

Stormarnstraße

2

420

1.870.000

 

Streulagen in (Alt-) Reinbek

11

1.640

8.420.000

 

Zwischensumme Marktzone 1

89

9.715

53.340.000

93.432.000

Gutenbergstraße

7

5.990

19.410.000

 

Reinbek-Neuschönningstedt

4

570

3.060.000

 

Streulagen R.- Neuschönningstedt

8

380

2.600.000

 

Zwischensumme Marktzone 2

19

6.940

25.070.000

49.465.000

Summe Marktzonen 1 + 2 Stadt Reinbek

 

 

108

 

16.655

 

78.410.000

 

142.897.000

Marktzone 3 Aumühle / Wohltorf / Wentorf-Nord

18

1.870

12.740.000

43.215.000

Marktzone 4 Gewerbegebiet Glinde Süd-Ost

5

7.520

15.480.000

7.199.000

Summe Kerneinzugsgebiet

131

26.045

106.630.000

193.311.000

Marktzone 5

Teilgebiet Glinde

43

9.500

48.590.000

52.779.000

Summe

Einzugsgebiet

174

35.545

155.220.000

245.090.000

 

Aus diesen dargestellten Werten lässt sich ableiten, dass über eine Erhöhung des Einzelhandelsangebotes (zusätzliche Verkaufsflächen) das Umsatzpotential erhöht werden kann, um das Ausgabevolumen „besser auszunutzen“. Auf dem ersten Blick lässt sich ein enormes Potenzial in den Marktzonen 1, 2 und 3 erkennen!

 

Für die Marktzonen 1 und 2 (Stadt Reinbek) ermitteln die Gutachter gesa eine unterschiedliche Kaufkraftbindung in Bezug auf die verschiedenen Hauptwarengruppen (Gutachten gesa 2003, S. 22):

 

Hauptwarengruppe

Ausgaben-potenzial in Mill. Euro

Anteil

in %

Umsatz-

volumen

in Mill.

Euro

Anteil in %

Differenz insg. in Mill. Euro pro Jahr

Differenz in %

Periodischer Bedarf (Lebensmittel / Verbrauchsgüter)

60,4

42,3

54,5

66.9

5,9

9,8

Aperiodischer Bedarf

82,5

57,7

27,0

33,1

55,5

67,3

davon:

a) Modischer Bedarf

 

20,5

 

14,3

 

5,0

 

6,1

 

15,5

 

75,6

b) Elektro, UE, Foto, EDV, Telek,

13,7

9,6

4,7

5,8

9,0

65,7

c) DIY, Garten, Freizeit

17,4

12.2

8,4

10,3

9,0

51,7

d) Möbel, Einrichtung

15,1

10,6

1,2

1,5

13,9

92,1

e) sonstige Hartwaren

15,8

11,1

7,8

9,6

8,0

50,6

Insgesamt

142,9

100,0

81,5

100,0

61,4

43,0

 

Das gesa Gutachten 2003 folgert aus diesen Zahlen für die Stadt Reinbek (S. 22):

„Im periodischen Bedarf (Lebensmittel/Verbrauchsgüter) deuten die Zahlen auf einen heute schon hohen Kaufkraftbindungswert hin, während bei der gesamten Palette der aperiodischen Wirtschaftsgüter mit merklichen Kaufkraftabflüssen zu rechnen ist.“

 

Dieses Ergebnis konkretisieren die Gutachter gesa noch in Bezug auf die Marktverteilung für die einzelnen Marktzonen und kommen im Ergebnis zu folgenden Aussagen:

 

periodischer Bedarf

„Demnach wird heute in Reinbek aus dem Einzugsgebiet ein Umsatzvolumen beim periodischen Bedarf (Lebensmittel/Verbrauchsgüter) von rund 57,8 Mio. Euro generiert, das sich zu 51,1 Mio. Euro (=88,4%) aus Kaufkraft der Reinbeker Bevölkerung und zu 6,7 Mio. Euro (=11,6%) durch Zufluss aus den Zonen 3 bis 5 rekrutiert. Aus Reinbek (Zone 1 + 2) selbst fließt des Weiteren rd. 2,3 Mio. Euro in den Glinder Besatz (Zone 4 + 5) sowie weitere 7,1 Mio. Euro (=11,8% des relevanten Ausgabenvolumens) in andere alternative Einkaufsbereiche ab. In den Zonen 3 bis 5 wird durch den örtlichen Besatz selbst rd. 32,7 Mio. Euro gebunden, so dass sich dort bei Mitberücksichtigung des Reinbeker Umsatzes ebenfalls eine Kaufkrafterfassungsquote von über 88% ermittelt. Unter Berücksichtigung der im Einzugsgebiet stattfindenden Kaufkraftbewegungen verbleibt demnach beim periodischen Bereich noch ein Abfluss aus dem Gesamteinzugsgebiet von 12,1 Mio. Euro oder 11,5% des relevanten Nachfragevolumens.“ (S. 23/24)

 

aperiodischer Bedarf

„Nach Berechnungen des gesa-Beraterteams wird derzeit durch die Gesamtpalette der in Reinbek ansässigen Anbieter für den aperiodischen Bedarf innerhalb des Einzugsgebietes ein Umsatzvolumen von insgesamt rd. 27,0 Mio. Euro p. a. generiert, das sich zu rund 22,8 Mio. Euro (=84,4%) aus Umsätzen aus der Reinbeker Bevölkerung, zu rund 3,2 Mio. Euro (=11,9%) durch Zufluss aus den Zonen 3 bis 5 sowie zu rund 1 Mio. Euro (=3,7%) aus externen Zuflüssen zusammensetzen dürfte. Hinzu kommen ca. 1,0 Mio. Euro (=3,7%) p.a. als externe Zuflüsse (z.B. Einpendler von Gebieten außerhalb des abgegrenzten Marktbereichs).

Analog dazu ermittelt sich aus diesen Werten aus Reinbek (Marktzone 1 + 2) ein Kaufkraftabfluss von rd. 72 %, während 5,4% der Nachfrage aus dem übrigen Einzugsbereich nach Reinbek einfließen. Bezogen auf die Gesamtnachfrage im Einzugsbereich entspricht das Umsatzvolumen von rd. 26,0 Mio. Euro (ohne ext. Zuflüsse) einer durchschnittlichen Kaufkraftbindung im gesamten Marktgebiet von knapp unter 20 Prozent.

 

Diese Zahlenwerte beim aperiodischen Bedarf zeigen eine merkliche Reserve an, die bei entsprechendem Angebot in gewissem Umfang egalisiert werden kann, wobei die Intensität der möglichen zusätzlichen Kaufkraftbindung in Abhängigkeit vom zu schaffenden neuen Angebot besteht. Hier ist jedoch – bedingt durch die relativ engen Marktrahmendaten und die Nähe zu Hamburg – von deutlichen strukturellen Restriktionen auszugehen.“ (S. 25)

 

 

Ob diese ermittelten Zahlenwerte und die ihnen zugrundeliegenden Einschätzungen, Annahmen, Unterteilungen und Abgrenzungen zutreffend sind oder möglicherweise erheblich in diese oder jene Richtung verändert werden müssen, soll dahin gestellt werden.

Die Zahlenwerte verdeutlichen jedoch eindrucksvoll, dass in Reinbek durch die Schaffung zusätzlicher Verkaufsflächen ein erhöhter Umsatz im Einzelhandel zu erzielen wäre.

 

In Kenntnis dieser Sachlage und potentieller Geschäftserwartungen stehen mögliche Investoren bereits seit Jahren in den Startlöchern!

 

 

2.   Einzelhandels-Standortkonzeption 2003

 

- wird zur Zeit überarbeitet -

 

 

 

3.   Eine Reinbeker Gemengelage – politische Entscheidungsfindung & ein Gutachten mit geringer Halbwertzeit

 

a) Beschluss der gemeinsamen Sitzung von Bau-Ausschuss und Umwelt- und Stadtentwicklungs-Ausschuss vom 28.01.2003

(Anmerkung: der folgende Text ist eine nur unwesentlich redigierte Fassung unserer Stellungnahme vom 30.01.2003)

Seit Anfang 2001 bewirbt sich eine Stormarner Firma darum, im neuen Gewerbegebiet Haidland ein Fachmarktzentrum für Reinbek einzurichten.  Das Konzept des Fachmarktzentrums ist mit dem Gewerbebund Reinbek e.V. abgestimmt, um die vorhandenen Einzelhandelsgeschäfte in Reinbek vor übermächtiger Konkurrenz zu schützen und den potentiellen Kunden sinnvolle Ergänzungen anzubieten.

Nach den der Reinbeker Kommunalpolitik seit Anfang 2002 vorliegenden Unterlagen sollen im Gewerbegebiet Haidland insgesamt 7.620 qm Verkaufsfläche neu entstehen, davon sind vorgesehen:

SB-Warenhaus

4.200 qm

Getränkecenter

350 qm

Fachmarkt Sport & Freizeit

270 qm

Fachmarkt Möbel & Heimtextilien

800 qm

Fachmarkt Bekleidung

700 qm

Fachmarkt Tiernahrung

600 qm

Fachmarkt Drugstore

700 qm

 

Forum21 hat bereits vor Monaten dieses Konzept wegen der positiven Effekte auf Arbeitsplätze, Wirtschaftstätigkeit und Einzelhandelsumsatz sowie für die Verbraucher zustimmend bewertet.

 

Die EDEKA verlautbarte im November 2002, sie wolle   in die geplante Erweiterung des Lebensmittelmarktes am Täbyplatz investieren und gleichzeitig in ein SB-Warenhaus innerhalb des Fachmarktzentrums Haidland investieren!

Die EDEKA betrachtet beide Investitionen als marktgerechte Anpassung an die geänderten Erfordernisse.

 

Das Thema „Fachmarktzentrum Haidland“ führte in der Reinbeker Kommunalpolitik zu einigen kontroversen Debatten.

Die Grünen warnten kürzlich davor, im Haidland sei ein neuer Wal-Mart wie in Oststeinbek zu befürchten. (Wal-Mart in Oststeinbek weist immerhin eine Verkaufsfläche von rund 16.000 qm  auf). Obgleich SPD und Grüne keine grundsätzliche oder inhaltliche Kritik an den hergereichten Unterlagen des Fachmarktzentrums einschließlich eines Gutachtens zur Abschätzung möglicher Auswirkungen auf den bestehenden Einzelhandel vorbrachten, setzten sie mit Bürgermeister Palm durch, dass ein weiteres Gutachten durch einen „neutralen“ Gutachter (GESA) „zur Entscheidungsfindung“  erstellt wurde.

 

Dieses GESA-Gutachten liegt seit kurzem vor und wurde in der gemeinsamen Sitzung von Bau-Ausschuss und Umwelt- u. Stadtentwicklungs-Ausschuss am 28.01.03 vorgestellt. Das Gutachten wartete mit unbegründeten Annahmen, gigantischen Ausbauplänen  und einem kaum für möglich gehaltenen „Ergebnis“ auf: Wenn 1. das Nahversorgungszentrum Täbyplatz mit derzeit 1.400 qm Einzelhandelsfläche auf insgesamt 5.300 qm (also fast eine Vervierfachung! Wo wird da die Bedeutung als „Stadtteilplatz“, als „Spielplatz“, als „Platanenplatz“  bleiben können?) erweitert werden würde, und 2. der heutige Toom-Baumarkt (vom Gutachter angenommene Erweiterung von derzeit 3.300 auf 5.000 qm Verkaufsfläche) und das bestehende FAMILA-SB-Warenhaus an der Humboldtstraße (angenommene Erweiterung von heute 2.400 qm auf  4.200 qm Verkaufsfläche) auf das Gelände der heutigen Michaelis-Unternehmung an der Gutenbergstraße verlagert und vergrößert werden würden, dann würde (erst) die Einrichtung eines weiteren SB-Warenhauses im Haidland  zu einem „starken Verdrängungswettbewerb gegenüber vorhandenen Besatzstrukturen führen“.

 

Diese Schlussfolgerung ist aufgrund der gigantischen und  unrealistischen Erweiterungsvorstellungen, die vom Gutachter in ihren Auswirkungen auf die Kaufkraft Reinbeks stark heruntergerechnet werden,  nicht überzeugend.

 

Die beiden Fach-Ausschüsse haben am 28.01.2003 auf der Grundlage eines CDU-Antrages folgendes nach langer Beratung beschlossen:

 

1.      „Die bestehenden Einzelhandelsstandorte in Reinbek sind zu sichern und weiter zu entwickeln.“ (Zustimmung aller Fraktionen)

2.      „Vorrangig soll das Nahversorgungszentrum am Täbyplatz weiter ausgebaut werden. Hauptziel der Planung muss jedoch sein, die regionale Bedeutung als Nahversorgungszentrum zu erhalten. Insofern sollten dort keine zusätzlichen Ladenstraßen entstehen, die als Konkurrenz zur eigentlichen Stadtmitte wirken würden. Die Eigentümer/Investoren sind aufzufordern, bis zum 31.03.2003 ein überarbeitetes Konzept vorzulegen, dass der Funktion dieses Standortes gerecht wird und realistisch umsetzbar ist. Das Konzept soll durch Aussagen der Hauptmieter EDEKA und ALDI unterlegt werden, in denen deren Flächenerweiterungswünsche konkret benannt sind.“ (Zustimmung von CDU und Forum21, Ablehnung durch SPD und Grüne! Dabei haben gerade SPD und Grüne seit Wochen öffentlich dargelegt, wie sehr ihnen an einer Modernisierung des Täbyplatzes gelegen sei! Warum dann diese Ablehnung?)

3.      „Um den Standort Reinbek als Einzelhandelsstandort grundsätzlich vielseitiger zu gestalten, zu stabilisieren und den erheblichen Kaufkraftabfluss einzudämmen, soll außerdem ein Sondergebiet für die Errichtung eines Fachmarktzentrums ausgewiesen werden. Als Standort wird die vieldiskutierte Fläche im Gewerbegebiet Haidland für am besten erachtet, weil diese alle Voraussetzungen für die Verwirklichung eines solchen Vorhabens besitzt. Das vorliegende Nutzungskonzept (des Investors) wird als sinnvoll und richtig bezeichnet, zumal es in Zusammenarbeit mit dem Gewerbebund Reinbek entwickelt wurde. Die Verwaltung wird beauftragt, ..., dass dieses Grundstück für ein Fachmarktzentrum reserviert bleibt.“ (Zustimmung von CDU und Forum21, Ablehnung durch SPD und Grüne)

4.      Der CDU-Vorschlag,  die Eignung der Michaelis-Fläche für ein Fachmarktzentrum prüfen zu lassen, wurde von Forum21 abgelehnt und überraschend auch von SPD und Grünen, obgleich die gleichartige Aussage des GESA-Gutachtens doch unterstützt wurde (siehe oben).

5.      Der von Bürgermeister Palm unterstützte CDU-Vorschlag „Auf dem Standort DOBERKAU sollen Einzelhandelsflächen zugelassen werden, wenn es sich um Verlagerungen von vorhandenen Betrieben handelt oder interessante, ergänzende Neuansiedlungen anstehen. Eine endgültige Entscheidung über Zulassung und entsprechender Anpassung der Bauleitplanung treffen die zuständigen Gremien.“ fand auch Zustimmung von SPD und Grünen. Dabei hatte doch gerade der GESA-Gutachter die Einrichtung neuer Einzelhandelsflächen kategorisch abgelehnt wegen des dadurch hervorgerufenen Verdrängungswettbewerbs! Aber : Dobberkau hat schließlich SPD und Palm bei der Bürgermeisterwahl 2002 tatkräftig unterstützt. Da darf man sicher auch Unterstützung einfordern, wenn es um die Wertsteigerung der eigenen Immobilie geht. Ein Schelm, der .....

 

Nach Beendigung der Abstimmung meldete sich Bürgermeister Palm um 23.30 Uhr mit einem neuen Ergänzungsantrag: Er wollte prüfen lassen, ob das Michaelis-Gelände für „Einzelhandels“-Ansiedlungen und –Einrichtungen geeignet sei und drängte die Ausschussmitglieder zur Abstimmung über diesen feinsinnigen Unterschied (schließlich habe die Mehrheit ja nur die Prüfung eines „Fachmarktzentrums“ abgelehnt – siehe oben.) Anscheinend war zu dieser vorgerückten Stunde schon jegliche Aussage des GESA-Gutachtens hinsichtlich Kaufkraft und Verdrängungswettbewerb in Vergessenheit geraten und die schützende Hand von SPD und Grünen über das Nahversorgungszentrum Täbyplatz erlahmt: CDU, SPD und Grüne stimmten Palms Vorschlag zu. Jetzt darf sich also auch Michaelis auf eine deutliche Wertsteigerung seiner Alt-Immobilie freuen.

 

Forum21 lehnte diesen Vorschlag aus guten Gründen ab. Wir meinen, dass die Einzelhandelsentwicklung sich an zusätzlichen Arbeitsplätzen, zusätzlicher Wirtschaftstätigkeit, Einzelhandelsumsatz und den Interessen der Verbraucher orientieren sollte. Es ist auch nicht Aufgabe von Rathaus und Politik, mit Einzelhandelsplanungen Wertsteigerungen der Gewerbeimmobilien weniger Gewerbetreibender hervorzurufen!

 

Die Beschlüsse zu Einzelhandelsnutzungen auf dem Dobberkau-Gelände und dem Michaelis-Gelände können als praktische Beispiele aufgefasst werden, wie CDU, SPD, Grüne  und Rathaus „Wirtschaftsförderung“ zugunsten einzelner Gewerbetreibender definieren. Die Einzelhändler und Geschäftsinhaber in der Stadtmitte und anderswo sollten sich da mal ihre eigenen Gedanken machen!

 

Am Ende der Sitzung am 28.01.2003 bestätigte sich: Das GESA-Gutachten hat  keine große Bedeutung für die Entscheidungsfindung gehabt! Hier wurde wieder einmal Geld für ein Schubladen-Gutachten ausgegeben.

(30.01.2003)

 

b) Beschluss der Stadtvertretung vom 06.02.2003

(Anmerkung: der folgende Text ist eine nur unwesentlich redigierte Fassung unserer Stellungnahme vom 25.02.2003)

Selten hat ein Beschluss der Stadtvertretung Reinbek solch einen Widerhall erfahren wie der Beschluss über die „Prioritäten für die Entwicklung von Einzelhandelsstandorten in Reinbek (Einzelhandels-Standortkonzeption)“ (Sitzungsvorlage 2003/70/001) vom 06.02.2003.

Folgt man der Berichterstattung und einigen Leserbrief-Schreibern, so ergibt sich nach unserer Meinung ein unwirkliches Bild über die Ziele der einzelnen politischen Fraktionen und über die jeweiligen Mehrheiten.

Wir möchten einige für die Einzelhandelsentwicklung in Reinbek wesentliche Punkte hervorheben.

 

In der Stadtvertretung herrschte völlige Einigkeit von CDU, SPD, Forum21 und Grüne in zwei Punkten:

 

1.      Die bestehenden Einzelhandelsstandorte in der Stadtmitte, am Täby-Platz und in den anderen Stadtteilen sind zu sichern und zu entwickeln.

2.      Das Nahversorgungszentrum am Täby-Platz soll seine regionale Bedeutung behalten und ausgebaut werden, Dazu können auch kleine und mittelgroße Ladengeschäfte eingeplant werden. Der Wochenmarkt muss in der bisherigen Größe erhalten bleiben. Eigentümer und Investoren sind aufgefordert, bis zum 31.03.2003 ein überarbeitetes standortgerechtes und realistisch umsetzbares Konzept vorzulegen. Die Hauptmieter Edeka und Aldi sollen in das Konzept einbezogen werden. Auf der Grundlage der dann abgestimmten Planung soll ein Vorhabens- und Erschließungsplan durchgeführt werden.

 

Strittig sind jedoch die folgenden Punkte.

 

3.      Fachmarktzentrum im Gewerbegebiet Haidland

Eine Mehrheit von 14 Stadtverordneten (10 CDU, 3 Forum21, 1 SPD) stimmte am 06.02.2003  für die Ausweisung eines Fachmarktzentrums im Gewerbegebiet Haidland  mit ca. 4.000 qm Verkaufsfläche für ein SB-Warenhaus und 3.250 qm Verkaufsfläche für unterschiedliche Fachmarkt-Geschäfte (vorgesehen u.a. Sportartikel, Möbel & Heimtextil, Textil & Bekleidung, Drogerie & Hartwaren, Tierbedarf, Getränkecenter). 11 Stadtverordnete (8 SPD, 3 Grüne) stimmten dagegen. 

Am 10.02.2003 hat die Stadtverwaltung mitgeteilt, dass die für das Fachmarktzentrum im Gewerbegebiet Haidland vorgesehene Fläche für einen auswärtigen Pharmazie-Betrieb reserviert ist, der erst frühestens in einigen Monaten über den Ankauf und die Umsiedlung nach Reinbek endgültig entscheiden wird!

Es ist zur Zeit müßig, zu spekulieren, ob ein verantwortungsbewusstes Rathaus von dieser Reservierung bereits seit Monaten Kenntnis gehabt hat oder zumindest Kenntnis haben konnte. Fakt ist: Ein Fachmarktzentrum im Gewerbegebiet Haidland ist für die nächsten Monate vom Tisch, der Beschluss Fachmarktzentrum Haidland ist nicht umsetzbar!

 

Dieser Standort wird auch deswegen nicht weiterverfolgt, weil sich eine deutliche Mehrheit von CDU, SPD und Grünen ausgesprochen hat für ein riesiges

 

4.      Einzelhandelszentrum Michaelis-Gelände.

Der Bürgermeister ist mit wechselnden Mehrheiten beauftragt worden, mit „Ansiedlungsinteressenten“ zu klären, ob das nach der Verlagerung von Michaelis in das Gewerbegebiet Haidland freiwerdende Gelände an der Gutenbergstraße für „Einzelhandelsansiedlungen oder alternative Nutzungen“ geeignet ist und wirtschaftlich genutzt werden kann.

Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang, dass SPD und Grüne den von Forum21 beantragten Zusatz „oder alternative Nutzungen“ ablehnten (JA: 10 CDU, 3 Forum21, 1 SPD;  NEIN: 8 SPD, 3 Grüne) und andererseits die SPD den Antrag der Grünen „Die Ausweisung soll eine Gesamtnutzfläche von nicht weniger als 20.000 qm für Einzelhandelseinrichtungen mit den entsprechenden Parkmöglichkeiten betragen“ unterstützte (JA: 9 SPD, 3 Grüne; NEIN: 10 CDU, 3 Forum21).

Hieraus und aus verschiedenen Verlautbarungen wird für uns deutlich:

Auf dem Michaelis-Gelände soll nach dem Willen von Rathaus, SPD und Grünen ein riesiges Einzelhandels- und Fachmarktzentrum (SB-Warenhaus, Baumarkt sowie weitere Fachmärkte) von mindestens 14.000 qm Verkaufsfläche entstehen.

 

Forum21 hat es bereits in einem Gespräch mit der Firma Michaelis wie auch in der Stadtvertretung deutlich abgelehnt, auf dem Michaelis-Gelände ein Einzelhandelszentrum zu schaffen. Unserer Meinung verschafft sich die Stadt Reinbek dadurch erhebliche planungsrechtliche Gefahren (auch andere Gewerbebetriebe können dann die Ausweisung ihrer Immobilie als Sondergebiet durchsetzen) und städtebauliche Probleme (Verkehrsführung, Lage zum Stadtzentrum). Um Michaelis in Reinbek zu halten, müssen andere Wege gefunden werden. Und dass ein Einzelhandelszentrum auf dem Michaelis-Gelände erhebliche Auswirkungen auf das relativ nahe Nahversorgungszentrum Täbyplatz haben wird, kann wirklich niemand bestreiten wollen.

 

Wir lehnen weiterhin ab die

 

5.   Zulassung von Einzelhandelsflächen auf dem Standort Dobberkau.

Die Umwandlung des heutigen Gewerbebetriebes nach der Umsiedlung in das Gewerbegebiet Haidland in ein Sondergebiet für Aldi oder Lidl o.a. ist mit den gleichen planungsrechtlichen Gefahren und städtebaulichen Problemen  verbunden wie der Michaelis-Standort. Die Auswirkungen auf den bestehenden Einzelhandel sind nicht untersucht worden! Übrigens: Auch das sog. GESA-Gutachten warnt vor dieser Einzelhandels-Ausweisung.

 

Alle Fraktionen – CDU, auch die SPD, Forum21, auch die Grünen – haben abschließend am 06.02.2003 beschlossen:

„Nach Klärung des Standortes Michaelis wird die Genehmigung entweder für das Michaelis- oder für das Haidland-Gelände ausgesprochen und die Bauleitplanung entsprechend korrigiert.“

Nach Lage der politischen Positionen – nur Forum21 lehnt Einzelhandel auf Michaelis-Standort ab, SPD und Grüne befürworten dort riesigen Einzelhandel – wird das Ergebnis der  Kommunalwahl wirklich wegweisend!

(25.02.2003)

 

 

 

 

 

4.   Standorte mit großflächigem Einzelhandel

a)         Stadtmitte

b)        Täby-Platz

c)         Einzelhandels- und Fachmarktzentrum Humboldtstraße

d)        Neues Zentrum auf Autohaus Dobberkau-Fläche

e)         Neues Zentrum auf Papiergroßhandel Michaelis-Fläche

f)           Nahversorgungszentrum südlich Schönningstedt

g)        Neues Zentrum auf ABB-Altstandort in Glinde/Gutenbergstraße

 

 

a) Stadtmitte / Bahnhofstraße / Bergstraße / Schmiedesberg / Sophienstraße / Rosenplatz

 

Was ist vorgesehen:

Es gibt zur Zeit keine Planungen oder ein Konzept zur Verbesserung und Modernisierung.

Politische oder Verwaltungs-Initiativen : Fehlanzeige!

 

 

b) Täby-Platz

 

Der „Täby-Platz“  mit dem 2x wöchentlich als Marktplatz genutzten Täby-Markt (Wochenmärkte am Mittwoch und am Sonnabend) und dem „Einkaufszentrum Sachsenwald“ ist seit Jahrzehnten nur unwesentlich erweitert und modernisiert worden.

Seit 2002 gibt es Überlegungen der Eigentümer(-Familie), den Täby-Platz als wichtigen Versorgungsstandort der Stadt Reinbek und hier insbesondere der westlichen Stadtteile zu entwickeln, um ihn nachhaltig zu sichern.

 

Was ist vorgesehen:

 

Als besonders wesentlich für die Modernisierung und Sicherung des Standortes wird die Vergrößerung der Verkaufsflächen betrachtet, die wiederum zu einer baulichen Umgestaltung und deutlichen Veränderung der Flächennutzung führen wird.

·        Der EDEKA-Markt benötigt als Vollsortimenter künftig eine Verkaufsfläche von etwa 2.000 qm (heute lediglich: 615 qm!!). Die notwendige bauliche Bestandserweiterung wird auch Teile des heutigen Täby-Platzes (Spielplatz und Brunnenstandort) beanspruchen.

·        Der ALDI-Discountmarkt wird innerhalb des heutige Gebäudes neu geordnet und durch Einbeziehung eines heutigen Ladens um ca. 80 qm auf 800 qm Verkaufsfläche vergrößert.

·        Die übrigen Läden werden umgebaut. U.a. durch die geplante Erweiterung dieser Ladenflächen nach Süden bis an die Straße „Am Ladenzentrum“ wird die heutige Verkaufsfläche von derzeit etwa 870 qm auf etwa 1.800 qm gesteigert werden.

·        „Insgesamt ergibt sich daraus eine Vergrößerung der ebenerdigen Verkaufsflächen von derzeit ca. 2.205 qm auf ca. 4.600 qm.“ (Bebauungsplan Nr. 39 „Täbyplatz“)

Der Täby-Platz liegt zwar inmitten eines dicht bewohnten Gebietes und ist damit zu Fuß gut erreichbar.

Um diese zusätzlichen Verkaufsflächen marktgerecht anbieten zu können, werden zusätzliche PKW-Stellplätze erforderlich:

·        Auf dem bisherigen Parkplatz an der Berliner Straße mit etwa 90 Parkplätzen soll ein 2-geschossiges Parkdeck mit 140 PKW-Stellplätzen entstehen.

·        Für den Discount-Markt ALDI  stehen zur Zeit nur etwa 30 Parkplätze an der Ladenstraße zur Verfügung. Daher soll ein Teil der östlichen Marktplatz-Fläche umgebaut werden, um etwa 45 neue Parkplätze zu schaffen.

·        Außerdem sollen auf heutiger öffentlicher Grünfläche neben dem heutigen Parkplatz an der Klosterbergenstrasse/vor der Klosterbergenschule eine weitere Parkplatzfläche mit 35 Plätzen angelegt werden, die mit dem ALDI-Parkplatz durch eine Überfahrt verbunden wird.

·        Insgesamt werden zukünftig 225 Parkplätze  (statt heute 140) zur Verfügung stehen.

 

Der Eigentümer plant, die Fläche des EDEKA-Marktes und die neue Ladenzeile (?) entlang der Straße Am Ladenzentrum als 2-geschossige Gebäude, das Gebäude des ALDI-Marktes sowie das neue Gebäude im Zugangsbereich (ggü. Am Ladenzentrum 4) sollen 4-geschossig errichtet bzw. ermöglicht werden.

 

Verkehrliche Erschließung:

Der Standort ist leicht erreichbar über die Hamburger Straße und Berliner Straße  für  Reinbek-Stadtmitte, Reinbek-West, Hinschendorf und die Wohngebiete nördlich des Mühlenredders.

 

Planungsrecht:  zur Zeit Planänderung durch Aufhebung des bestehenden Bebauungsplanes Nr. 12 und Neu-Aufstellung des Bebauungsplanes Nr. 39 „Täby-Platz“.  Dieser sieht auch Büro- und Praxis-Nutzungen sowie Wohnungen ab dem 1. Obergeschoss vor.

 

Wer unterstützt das Vorhaben: 

Eigentlich alle Rathausfraktionen!

Aber: Der Eigentümer hat mehrfach zu Recht auf die Gefährdung des Täby-Platz-Standortes durch die von CDU, SPD und Grünen betriebene Umwandlung des Michaelis-Grundstückes zu einem riesigen Einzelhandelszentrum hingewiesen. Diese Befürchtungen sind gerechtfertigt, denn der (neue) Michaelis-Einzelhandelsstandort ist von einem großen Teil des Täby-Platz-Einzugsbereiches günstig bzw. günstiger zu erreichen....

 

 

c) Einzelhandelszentrum und Fachmarktzentrum Humboldtstraße

 

Was ist vorhanden:

SB-Warenhaus / Verbrauchermarkt von FAMILA mit rund 2.100 qm Verkaufsfläche und angegliederten Getränkemarkt mit ca. 300 qm VKF; großer Parkplatz mit teilweise Markt-Funktion (Flohmarkt); angrenzend zahlreiche Fachmärkte (z.B. Elektro-, Gartengeräte & -Fahrzeuge;  Tierbedarf usw.)

Sehr umsatzstarker, gewachsener Standort!

 

Verkehrliche Erschließung:

Über Kreisstraße K80 und Glinder Straße gut erreichbar; ausreichend PKW-Stellplätze vorhanden.

Der Standort ist leicht erreichbar für Reinbek-West, Schönningstedt, Prahlsdorf, Glinde-Wiesenfeld  und auch gut aus Ohe, Krabbenkamp, Aumühle, Neuschönningstedt zu erreichen.

 

 

Planungsrecht: 

Die 1. Änderung des Bebauungsplanes Nr. 52 ermöglicht hier im Gewerbegebiet die ausnahmsweise Nutzung als großflächige  Einzelhandelsfläche mit maximal 2.400 qm Verbrauchermarkt zuzüglich 200 qm sonstige Verkaufsfläche. Wünsche des Eigentümers bzw. von FAMILA auf Erweiterungen hat das Rathaus vor Jahren abgelehnt.

Für den Fall, dass FAMILA auf den Michaelis-Standort um siedelt, bleibt die heutige FAMILA-Fläche weiterhin für großflächige  Einzelhandelsbetriebe offen!!

 

 

d) Neues Zentrum auf Autohaus-DOBBERKAU-Fläche

 

Was ist vorgesehen:

Auf der Fläche des heutigen Autohauses Dobberkau an der Hermann-Körner-Straße soll ein neues Einzelhandelszentrum entstehen mit:

Neuansiedlung eines Discount-Marktes mit 1.100 qm Verkaufsfläche und von Fachmärkten mit bis zu 3.000 qm VKF; Gesamt-Verkaufsfläche: 4.000 qm; Cafe, Cafeteria, Schnellimbiss bis zu 300 qm Grundfläche;  Räume für Gastronomie, Cafeteria bis zu einer Größe von 100 qm Grundfläche;

250 PKW-Stellplätze;

 

Verkehrliche Erschließung:

Über Kreisstraße K80 / Gutenbergstraße (von Norden und Westen) bzw. Schulstraße//Auf dem Gr. Ruhm/Mühlenredder aus der Stadtmitte und Prahlsdorf. Der Standort ist extrem schlecht erreichbar und zielt dennoch überwiegend auf PKW-Kunden. Leicht erreichbar für Reinbek-Stadtmitte, Prahlsdorf, Reinbek-West.

 

Planungsrecht:  zur Zeit Gewerbebaufläche; Bebauungsplan erwies sich als nicht rechtskräftig (glückliche Fügung für Fa. Dobberkau!!) und musste neu aufgestellt werden. Bau- und Planungs-Ausschuss hat am 29.06.2004 den Entwurfs- und Auslegungsbeschluss gefasst.

 

Wer unterstützt das Vorhaben:  CDU, SPD,  Grüne, FDP, Rathaus.

Forum21 ist dagegen.

 

Warum ist Forum21 gegen diesen neuen MEGA-Standort: 

Bei der Umwandlung der DOBBERKAU-Betriebsfläche handelt es sich um eine reine Gefälligkeitsplanung für Dobberkau. Dobberkau möchte mit seinem KFZ-Geschäft in das neue Gewerbegebiet Haidland umsiedeln und für seine heutige Fläche einen höheren Verkaufspreis als für „normales“ Gewerbegebiet erzielen.

Dieser neue Einzelhandels-Standort dürfte zu einer verkehrlichen Verstopfung der Hermann-Körner-Straße und der angrenzenden Wohnbereiche führen – erwartet werden pro Tag 1.180 KFZ!

Der Dobberkau-Standort wird in dem GESA-Einzelhandelsgutachten von Januar 2003 sehr kritisch gesehen: „....die Umsätze dieses Marktes (müssten) ausschließlich durch Umverteilung in Reinbek und durch Erhöhung von Kaufkraftzuflüssen von Glinde generiert werden.“!!!! Also ein reiner Verdrängungs-Standort.

 

Die Neuschaffung von Einzelhandel auf dem Dobberkau-Standort erhöht faktisch den Grundstücks-Verkaufspreis für die Fa. Dobberkau und stellt somit eine ungerechtfertigte städtische Wirtschaftsförderung für diesen Betrieb dar.

 

 

e)  Neues Zentrum auf Papiergroßhandel MICHAELIS-Fläche

 

Was ist vorgesehen:

Nach der Verlagerung des Papiergroßhandelsbetriebs in das Gewerbegebiet Haidland soll hier an der Liebigstraße ein neues Einzelhandelszentrum entstehen.

Der Beschluss der Stadtverordnetenversammlung sieht vor: Umsiedlung von SB-Warenhaus FAMILA von der Humboldt-Straße sowie Bau- und Gartenmarkt und Fachmärkte; Ersatz für TOOM-Baumarkt an der Gutenbergstraße;

SB-Warenhaus ca. 4.200 qm Verkaufsfläche; Baumarkt mit ca. 5.000 qm VKF /

500 ? PKW-Stellplätze / Gesamtgröße: 34.000 qm, ggf. erweiterbar um 12.600 qm (Lekkerland-Grundstück).

Vorrangige Ausrichtung auf PKW-Kunden!

 

Verkehrliche Erschließung:

Über Kreisstraße K80 und Gutenbergstraße. Der Standort ist leicht erreichbar über die Kreisstraße K80 für  Reinbek-West, Hinschendorf und über die Gutenbergstraße für Prahlsdorf und Stadtmitte. Auch erreichbar für Schönningstedt, Neuschönningstedt, Glinde-Wiesenfeld,

 

Planungsrecht:  zur Zeit Gewerbebaufläche; Bebauungsplan müsste geändert  werden mit dem Ziel, hier „großflächigen Einzelhandel“ zu ermöglichen.

 

Der mit Datum 13.10.2004 vorgelegte Verwaltungs-Entwurf der 5. Änderung des Bebauungsplanes Nr. 9 „Gewerbegebiet Reinbek/Glinde“ (öff. Sitzungsvorlage 2004/60/032) sieht folgende Planungsziele für die heutige Gewerbebaufläche vor:

·        Schaffung planerischer Voraussetzungen für die Verlagerung und Modernisierung eines bestehenden Verbrauchermarktes  auf diese Fläche

·        „Schaffung von Flächen für Fachmarktansiedlungen in wettbewerbs- und zukunftsfähiger Größenordnung“

·        Umwandlung der „Gewerbefläche“ in „Sondergebiet mit der Zweckbestimmung großflächiger Einzelhandel“

·        Beschränkung der maximal zulässigen Verkaufsfläche auf 7.100 qm („mit für das Reinbeker Stadtzentrum verträgliche Nutzungen“), davon maximal 4.500 qm Verkaufsfläche für den Verbrauchermarkt (FAMILA)

·        Sicherung der Fuß- und Radwegeverbindung entlang der Liebigstraße.

 

Der Verwaltungs-Entwurf enthält keine Aussagen zur Fachmarkt-Flächengröße und zur Flächengröße der Parkplätze!

 

Wer unterstützt das Vorhaben:  CDU, SPD,  Rathaus und Grüne.

Forum21 und FDP sind dagegen. Besonders die Fraktion der Grünen macht sich für dieses Vorhaben sehr stark. Bereits in der Sitzung der Stadtvertreter am 06.02.2003 hatten sie zusammen mit der SPD im Sinne von zügigem Planverfahren und großer Flächenausdehnung gefordert: „Die Sonderflächen sind im Wege eines vorhabenbezogenen Planverfahrens auszuweisen. Die Ausweisung soll eine Gesamtnutzfläche von nicht weniger als 20.000 qm für Einzelhandelseinrichtungen mit den entsprechenden Parkmöglichkeiten betragen.“

 

Warum ist Forum21 gegen diesen neuen MEGA-Standort: 

Der neue Michaelis-Standort dürfte zweifellos aufgrund seiner Flächengröße und leichten PKW-Erreichbarkeit ein sehr umsatzstarker Standort werden, der dem Täbymarkt und der Stadtmitte über einen reinen Verdrängungswettbewerb das Wasser abgraben dürfte!

 

Es dürfte faktisch unmöglich sein, nach der FAMILA-Umsiedlung auf dem heutigen planungsrechtlich zweifelsfrei gesicherten Einzelhandels-Standort an der Humboldt-Straße eine zukünftige Einzelhandelsnutzung zu verhindern; somit eigentlich später ZWEI Standorte!! Dies bedeutet auch eine extreme Konkurrenzverzerrung für bestehende Einzelhandelsstandorte in Reinbek.

 

Der mit Datum 13.10.2004 vorgelegte Verwaltungs-Entwurf der 29. Änderung des Flächennutzungsplans (öffentliche Sitzungsvorlage 2004/60/031) bestätigt unsere Befürchtungen und korrigiert die bisherigen Behauptungen von Rathaus und den zustimmenden Fraktionen! Für den Teilbereich 1 (heutige FAMILA-Fläche an der Humboldtstraße/Gutenbergstraße) sollen nach der Verlagerung des Famila-Verbrauchermarktes auf den Michaelis-Standort folgende Planungsziele gelten:

·        „Umwandlung der „gewerblichen Baufläche“ in „Sondergebiet“ mit der Zweckbestimmung „großflächiger Einzelhandel“ für Fachmärkte, die für das Reinbeker Stadtzentrum verträgliche Nutzungen darstellen“

·        „Schaffung von Flächen für Fachmarktansiedlungen in wettbewerbs- und zukunftsfähiger Größenordnung“.

 

Die Neuschaffung von Einzelhandel auf dem Michaelis-Standort erhöht faktisch den Grundstücks-Verkaufspreis für die Fa. Michaelis erheblich und stellt somit eine ungerechtfertigte städtische Wirtschaftsförderung für den größten Reinbeker Betrieb dar. (Dieser gibt vor, sonst nicht im Gewerbegebiet Haidland eine neue Betriebsstätte für den Papiergroßhandel errichten zu können!!)

 

 

f)  Nahversorgungszentrum südlich Schönningstedt

 

Was ist vorgesehen:

Der Antrag des Investors vom  25.09.2003 / 11.05.2004 sieht vor, hier den Ersatzstandort für ALDI-Kampstraße zu schaffen, der zum Jahresende 2004 aufgegeben wird.

Frische-, Discount- und Fachmarkt insgesamt 3.900 qm Nutzfläche und

3.200 qm Verkaufsfläche (davon 1.100 qm ALDI-Discount, 2.000 qm Frischemarkt und  800 qm Fachmarkt) /  200 PKW-Stellplätze / möglich ist auch ein zusätzlicher  Marktplatz von 3.000 qm.

 

Verkehrliche Erschließung:

Investor plant den Umbau des Verkehrsknotens Glinder Str. / Königstraße zu einem Kreisverkehr und will dessen Kosten tragen.

Der Standort ist leicht erreichbar für Schönningstedt, Prahlsdorf, Ohe, Krabbenkamp, Aumühle, Neuschönningstedt, Glinde-Wiesenfeld,

 

Planungsrecht:  zur Zeit baulicher Außenbereich; Bebauungsplan müsste aufgestellt werden; Fläche zählte zum früheren „Holzvogtland-Wohnungsbau“-Projekt und war Gegenstand von 2 Bürgerbegehren mit dem Ziel: Freihaltung der Landschaft vor Bebauung; es gibt noch keinen Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan!

 

Wer unterstützt das Vorhaben:  Forum21, CDU, SPD?, FDP. 

Rathaus und Grüne sind dagegen. Eine Entscheidung für den Standort gibt es noch nicht.

Bürgermeister und einige Rathaus-Politiker verzögern die Beratung über den Standort. Das Rathaus hat den 1. Antrag der Fa. Zündorf – vorgesehen in gleicher Größe an der Schönningstedter Straße gegenüber der Schönningstedter Mühle – am  25.09.2003 (und somit vor der Beschlussfassung über den Standort Dobberkau!) angenommen, jedoch nicht der am gleichen Tage über das Vorhaben Dobberkau beschließenden Stadtvertretung vorgelegt!!

Den 2. gleichlautenden Antrag vom 10.05.2004 – nunmehr auf die Fläche südlich der Glinder Straße bezogen – kommentiert das Rathaus mit einem „Zu spät!“: „Wenngleich es sich um eine attraktive Lage für gesamt Reinbek handelt, ist aufgrund der bestehenden und in Umsetzung befindlichen Beschlusslage zu den Einkaufszentren-Vorhaben Täbyplatz, Dobberkau und Michaelis die Kapazitätsgrenze überschritten und somit der Zeitpunkt höchst unglücklich.“ (08.06.2004)

 

Warum ist Forum21 dafür:  Einziger ALDI-Standort in Reinbek mit langfristiger Perspektive; optimale verkehrliche Lage und Erschließung; endlich ein Nahversorgungszentrum für den Stadtteil Schönningstedt; geringe Konkurrenz zur Stadtmitte und zum Täbyplatz; sehr gute Erreichbarkeit für Neuschönningstedt, Ohe, Krabbenkamp sowie für Aumühle, Wohltorf und Glinde-Wiesenfeld.

 

 

g)  Neues Zentrum auf ABB-Altstandort in Glinde/Gutenbergstraße

 

Was ist vorgesehen:

 

Discount-Markt ALDI  und Großtankstelle sowie Schnell-Restaurant (Fast Food) ?

 

Verkehrliche Erschließung:

Der Standort ist leicht erreichbar über die Kreisstraße K80 für  Reinbek-West, Hinschendorf, Schönningstedt, Neuschönningstedt, Glinde-Wiesenfeld,

 

Planungsrecht:  zur Zeit Planänderung bzw. Plangenehmigung im Bereich der Stadt Glinde.

 

Wer unterstützt das Vorhaben:  Stadt Glinde.

Die Stadt Reinbek hat kaum Einflussmöglichkeiten auf die Neuerrichtung auf dem ABB-Gelände.

Man betreibt schließlich Kirchturm-Politik.

Der ABB-Altstandort dürfte in erheblichen Umfang zur örtlichen Umverteilung von Einzelhandelsumsätzen führen (Täby-Platz; FAMILA-Markt)

 

 

 

5.  Stellungnahme von Forum21 zum beantragten

     Nahversorgungszentrum südlich Schönningstedt (ALDI)

 

Im Rahmen der Einwohnerversammlung der Stadt Reinbek am 21.10.2004 (Begegnungsstätte Neuschönningstedt) waren die Fraktionen gebeten worden, den Teilnehmern ihre Sicht der Dinge vorzutragen.

Während die Grünen-Fraktion eine ablehnende Stellungnahme vorgetragen hat und die SPD-Fraktion keine Stellungnahme vortrug (Tenor: Wir warten erst mal ab, was heute die Bürger vortragen und entscheiden dann danach!), äußerten sich die CDU-Fraktion, die FDP-Fraktion und Forum21 positiv zum Vorhaben.

Hier die Forum21-Stellungnahme:

 

1.

Nach unserer Auffassung sollten sich Rathaus und Politik um eine Verbesserung der Einzelhandelsstruktur in Reinbek kümmern und sich dabei auf folgende 3 Standorte konzentrieren:

A  Die Stadtmitte (Bergstraße, Rosenplatz, Bahnhofstraße, Schmiedesberg), die als wichtiges Nahversorgungszentrum versehen mit Fachgeschäften, Praxen, Büros und Dienstleistern weite Teile von Alt-Reinbek abdeckt und daher auch in ihrer Entwicklung zu sichern ist.

B Den Täby-Platz, der als regionales Nahversorgungszentrum für die westlichen Stadtteile mit Hinschendorf zu modernisieren und zu ertüchtigen ist.

C Ein neues Nahversorgungszentrum entlang der Achse der Glinder Straße, das als regionales Nahversorgungszentrum für Schönningstedt, Ohe, Krabbenkamp, Neuschönningstedt und auch für Aumühle, Wohltorf und Glinde-Wiesenfeld Bedeutung haben wird.

Zur Ausweisung der bisher gewerblichen Dobberkau- und der Michaelis-Fläche als Einzelhandelsfläche stehen wir weiterhin ablehnend. Hier handelt es sich nicht um eine konzeptionell begründete Planung, sondern um eine reine Gefälligkeitsplanung für die jeweiligen Eigentümer, die damit einen ungleich höheren Preis bei der Veräußerung erzielen können und somit Wettbewerbsvorteile erlangen!

 

2.

Wir stimmen der vorgelegten ALDI-Planung zu, sowohl hinsichtlich der Flächengröße – die wir für angemessen halten -, wie auch hinsichtlich des Angebot-Mix (Discounter, Frischemarkt, Fachmarkt).

Es ist bekannt, dass wir als Standort des neuen Einkaufszentrums das Gewerbegebiet Haidland präferiert haben. Das haben die anderen Fraktionen und das Rathaus ja ausgeschlossen.

So bleibt wahrscheinlich nur der jetzt beantragte Standort möglich, der verkehrlich optimal anschließbar und sehr gut erreichbar gelegen ist.

Ganz ausdrücklich bekennen wir uns dazu, dass in Reinbek ein ausreichend großer langfristig gesicherter ALDI-Standort unbedingt erforderlich ist. (Nicht alle kaufen in Feinkostläden ein!)

 

3.

Einen Zusammenhang zwischen dem ALDI-Vorhaben und einer damit einhergehenden Wohn-Bebauung des Holzvogtlandes verneinen wir ausdrücklich.

Die in letzter Zeit von „interessierter“ bzw. „gewöhnlich gut unterrichteter“  Seite vorgebrachten Ideen (z.B. Rathausneubau, Wohnbebauung, „Neue Mitte“) halten wir für in jeder Hinsicht kontraproduktiv!

 

 

6.  Ausblick

 

Zur Zeit wachen die unterschiedlichen Investoren mit Argus-Augen auf Änderungen an den einzelnen Einzelhandels-Standorten in Reinbek und reklamieren zugesagte Vorteile „ihres“ Standortes ein.

 

Da es Verwaltung und Politik versäumt haben, in Reinbek ein schlüssiges Standort-Konzept für den Einzelhandel mit eindeutigen Zielvorgaben aufzustellen, dürften Überraschungen nicht ausbleiben.

Zwar vermelden Bürgermeister und seine Verwaltung ständig, dass alles auf dem besten Wege ist und mit Widerständen z.B. der Landesplanung nicht zu rechnen ist. Doch dieses aufgebaute Bild trügt!

 

So trat der Dobberkau-Investor Mitte 2004 mit der Forderung auf, nicht nur ein, sondern 2 Discounter-Märkte auf der Fläche an der Hermann-Körner-Straße zuzulassen.

 

Insbesondere das für ALDI beantragte Nahversorgungszentrum südlich Schönningstedt wird mit harten Bandagen bekämpft. Schließlich hat fast jeder Investor bereits versucht, dort sehr verkehrsgünstig und zentral gelegen, Fuß zu fassen. Und war dann von Bürgermeister Palm auf andere Standorte verpflichtet worden.

 

So hat sich z.B. die Uniconcept GmbH (Dobberkau-Standort) wie folgt am 15.10.2004 mit offenkundigem Ärger gemeldet:

„Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass für erfolgreichen Einzelhandel auch in Reinbek nur das vorhandene Umsatzpotential zählt. Wenn festgelegt wird, dass ein funktionales Fachmarktzentrum auf dem Dobberkau-Standort per Ratsverfügung deutliche Einschnitte in der Zentralität erfährt (Untersagung der Einbringung eines zweiten Lebensmittelmarktes), dann erscheint es widersinnig durch Genehmigung eines zweiten Fachmarktzentrums die Zentralität noch weiter zu schwächen. Darüber hinaus ergibt sich aus der Bevölkerungsverteilung in Reinbek, dass der Dobberkau-Standort von Kunden in hohem Maße auch aus dem Bereich Schönningstedt genutzt werden könnte.

Die Vermietungsverhandlungen sowie die einzelhändlerischen Standortanalysen haben eindeutig ergeben, dass konservativ zu kalkulierende Mieten bei Vorhandensein eines weiteren Fachmarktzentrums kaum durchsetzbar sind. [Anm. Forum21: Uniconcept bezieht diese Vorbehalte auf den Standort Aldi südlich Schönningstedt. Der vorgesehene Fachmarktstandort auf dem heutigen Famila-Standort scheint noch nicht bekannt zu sein!]

Mit Erstaunen stellen wir fest, dass ein Discounter und ein Frischemarkt dort genehmigt werden sollen, welches uns verweigert wurde mit der Begründung der Nähe zum Täbyplatz. Der neue Standort ist für die Täbyplatz-Kunden leichter zu erreichen als das Dobberkaugrundstück.

Wir müssen diverse Einschränkungen für den Dobberkau-Standort in Kauf nehmen. (....)

Mit Unverständnis stellen wir fest, dass das laufende Verfahren noch nicht abgeschlossen ist (Probleme Landesplanung, FH Hamburg) und durch eine zusätzliche Planung deutliche Behinderung erfährt (Mieterseitig).

Wir möchten darauf hinweisen, dass das zusätzliche Nahversorgungszentrum den Standort Dobberkau stark in seiner Realisierung beeinträchtigt wenn  nicht sogar gefährdet.“

 

Irgendwie schöne Aussichten mal wieder in Reinbek.

Heinrich Dierking